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AK65-Abschlussturnier: Als der Herbst beschloss, die Frage nach dem Warum zu stellen

(js) Zum großen Saisonabschluss der beiden AK65-Mannschaften ging es in den Golf- und Countryclub Attighof – eigentlich ein herrliches Fleckchen im Taunus, mit viel Natur, Wald, Hügel. Nur: An diesem Tag hatte der Platz offenbar beschlossen, sein freundliches Gesicht abzugeben und stattdessen als Bergprüfung aufzutreten. So hart ging es das ganze Jahr in den Hessenligaspielen nicht.

Ein Platz mit Charakter – und Launen

Das Course Rating mochte dasselbe sein wie auf dem Heimplatz in Winnerod, gefühlt spielt sich Attighof aber mindestens doppelt so schwer. Fast überall Schräglagen, an den Fairways Gebüsch, Wald und jede Menge Gelegenheit, den Ball an Orten zu deponieren, an denen selbst die Suchtruppe später nur noch den Kopf schüttelt. Und auf der zweiten Hälfte ging es dann bergauf – nicht einfach nur ein bisschen, sondern so, als hätte jemand die Voralpen kurzerhand nach Mittelhessen verlegt.

Dazu gesellte sich ein Wetter, bei dem man normalerweise keinen Hund vor die Tür jagt: zehn Grad, teils heftige Windböen und Regenschauer von oben und der Seite. Dabei hatte es noch einen Tag zuvor nach bestem Herbstwetter ausgesehen. Deutlich besser dran waren jene, die liefen. Im Cart wurde nämlich richtig eingefrostet. Was auf dem Papier nach altersadäquater Bequemlichkeit aussieht, entpuppte sich bei den Kältegraden, Pustewind und Nassschauern als mobile Kühlkammer mit Lenkrad. Aber genau das machte den Tag dann aus: keine Ausrede, sondern eine Herausforderung.

Nettozählspiel: Jeder Schlag zählt. Leider.

Elf Spieler der Mannschaften AK 65 I und AK 65 II gingen in gemischten Teams an den Start. Gespielt wurde ein Nettozählspiel: An jedem Loch wurden alle Schläge gezählt, bis zum guten oder eben bitteren Ende. Kein „Zählen wir mal großzügig“, kein „Das war ja eigentlich nicht mein Schlag“. Nein: Jeder. Einzelne. Schlag. Erst danach wurde das Handicap abgezogen, bei den Tandems durch zwei geteilt. Dank der klugen Paarungen entstand so zumindest auf dem Papier eine faire Chancengleichheit. Auf dem Platz sah das dementsprechend aus. Alle spielten gleich schlecht.

Gewonnen haben am Ende Reinhard Schlapp und Olaf Simon – mit einem schönen Tagesergebnis, das wir hier bewusst nicht verraten. Von den übrigen Ergebnissen ganz zu schweigen. Manche Dinge gehören einfach in die Kategorie „Was auf dem Platz passiert, bleibt auf dem Platz.“

Danach: Heißer Apfelwein und scharfe Aromen

Durchgefroren, klatschnass und mental ziemlich ausgelaugt, war der Weg ins Clubhaus dann die eigentliche Belohnung des Tages. Dort warteten heißer Apfelwein und eine großartige indische Küche mit genau den scharfen Aromen, die man braucht, um sich wieder an sein eigenes Leben außerhalb von Bunkern und Unterholz zu erinnern. Ein kleiner Ausflug nach Attighof lohnt sich also auch abseits des Golfens.

Die Mannschaftskapitäne Jürgen Schreiber und Manfred Wagner hatten sich für alle Spieler ein kleines Dankeschön für die gemeinsame Saison ausgedacht: für jeden gab es einen Golfschal. Passend zur Wetterlage hätte man eigentlich auch Thermounterwäsche verteilen können. Ein herzliches Dankeschön gilt auch dem Sekretariat des gastgebenden Golfclubs Attighof: absolut unterstützend, freundlich und unkompliziert.

Saisonende: Schläger einmotten, Erinnerungen behalten

Danach durften Schläger und Bag gerne für die Ruhesaison eingemottet werden. Der Herbst ist vorbei– und die Saison 2026 der AK-65-Mannschaften ist damit Geschichte. Es war ein harter Tag. Aber es war auch ein Tag, an den man sich erinnern wird. Irgendwie gehören solche Erlebnisse zum Golfsport dazu. Man leidet, man friert, man verliert Bälle, die nie wieder auftauchen werden, sorgt sich, dass niemand aus dem Flight unterwegs verloren geht – und trotzdem fragt man beim nächsten Mal schon wieder: „Wann geht’s los?“