(js) Aus. Aus. Aus. Die Ligasaison 2026 ist nach dem vierten und letzten Spieltag entschieden. Der Meister der 3. AK65-Hessenliga Nord heißt Oberhessischer Golfclub Marburg. Mit dem Gewinn des Heimspiels sichern sich die Marburger Herren den Aufstieg in die zweithöchste AK65-Hessenliga Nord.
Das Nachsehen hat bei Punktgleichheit in der Tabelle der GC Winnerod. Beide Mannschaften kommen nach vier Spieltagen auf zwölf Tabellenpunkte. Ausschlaggebend ist damit die Summe der erzielten Bruttopunkte: Marburg erreicht insgesamt 435 Punkte, Winnerod 418. Auch auf den Plätzen drei und vier gibt es einen Punktegleichstand. Altenstadt und Bad Vilbel folgen mit jeweils acht Tabellenpunkten. Altenstadt liegt aufgrund der höheren Bruttosumme knapp vor Bad Vilbel. Damit ist Bad Vilbel abgestiegen.
Marburg gewinnt das Finale
Für Winnerod war die Ausgangslage vor dem abschließenden Spieltag klar: Die Tabellenführung sollte verteidigt werden. Nach dem überzeugenden Heimauftritt mit 129 Bruttopunkten und der zwischenzeitlichen Spitzenposition reiste die Mannschaft zwar mit Selbstvertrauen, aber ohne einige ihrer besten Spieler zum Finale nach Marburg. Dort wartete allerdings nicht nur der Gastgeber, sondern auch ein Platz, auf dessen Grüns jeder Fehler schnell sichtbar und jeder geradeSchlag über die Fairways besonders wertvoll wurde.
Am Ende setzte sich Marburg mit 131 Bruttopunkten deutlich durch. Winnerod kam auf 103 Punkte und belegte damit den zweiten Tagesrang. Altenstadt erzielte 94 Punkte, Bad Vilbel 84. Damit kamen die Marburger in der Saisonwertung noch an Winnerod vorbei. Der GC Winnerod hatte nach drei Spieltagen mit neun Punkten geführt, Marburg lag mit acht Punkten unmittelbar dahinter. Durch den Tagessieg zog Marburg nach Punkten gleich und entschied die Saison aufgrund der höheren Gesamtzahl an Bruttopunkten für sich.
Für Winnerod spielten am letzten Spieltag:
Mike Hopper: 30 Bruttopunkte
Guido Schwarzer: 20 Bruttopunkte
Reinhard Schlapp: 19 Bruttopunkte
Peter Kahnke: 18 Bruttopunkte
Jürgen Schreiber: 16 Bruttopunkte
Ralf Enzmann 16 Bruttopunkte (Streichergebnis)
Die Saisonleistung der Winneröder bleibt trotz des knapp verpassten Aufstiegs bemerkenswert. Mit Tagessiegen in Bad Vilbel und Winnerod sowie insgesamt zwölf Tabellenpunkten lag die Mannschaft am Ende punktgleich mit dem Aufsteiger. Der Aufstieg wurde nicht durch eine schwache Saison verpasst, sondern durch die denkbar knappste Konstellation, die eine Vierergruppe zu bieten hat. Oder, etwas weniger nüchtern formuliert: Winnerod war nach vier Spieltagen punktgleich vorne – nur leider nicht vorne genug.
Ein Pro verändert den Wettbewerb
Für Gesprächsstoff sorgt allerdings nicht nur die sportliche Entscheidung auf dem Platz. Marburg setzte am letzten Spieltag einen Golf-Professional ein. Dieser lag in der Bruttowertung mit 37 Bruttopunkten – eins unter Par- am Ende vorne. Möglich macht dies eine neue Regelung, die der DGV für die Altersklassenmannschaften geöffnet hat und die der Hessische Golfverband für seine Hessenligen übernommen hat. Seit 2026 darf in der AK65-Hessenliga je Mannschaft und Spieltag ein Professional eingesetzt werden – sowohl ein Teaching Professional als auch ein Playing Professional.
Die Frage ist deshalb nicht, ob der Einsatz regelkonform war. Nach dem neuen HGV-Ligastatut war er offenbar zulässig. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Passt der Einsatz eines Berufsgolfsportlers in einen Mannschaftswettbewerb, der von den beteiligten Clubs und Spielern bisher als Amateur-Altersklassenliga verstanden wurde?
Aus Sicht des GC Winnerod ist diese Frage klar zu verneinen. Ein Professional verfügt aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit, seiner Trainingsmöglichkeiten und seiner umfangreichen Spielerfahrung grundlegend über andere Voraussetzungen als ein Clubamateur. In einer Mannschaft mit begrenzter Spielerzahl kann bereits ein einziger besonders starker Spieler erheblichen Einfluss auf das Mannschaftsergebnis nehmen. Ein Pro muss dabei nicht die gesamte Mannschaft überragen. Es genügt, wenn sein Ergebnis den Unterschied zwischen einem zweiten und einem ersten Platz ausmacht.
Gerade in der AK65 ist dieser Aspekt nicht nebensächlich. Die Leistungsdichte der Mannschaften ist häufig eng, die Abstände an einem Spieltag sind klein und Aufstieg oder Abstieg können an wenigen Bruttopunkten hängen. Der vierte Spieltag in Marburg hat die Bedeutung einzelner Ergebnisse deutlich gemacht: Marburg sicherte sich bei Punktegleichstand in der Tabelle mit insgesamt 435 zu 418 Stableford-Punkten den Aufstieg.
Dabei wird ausdrücklich nicht die Mitgliedschaft oder die Arbeit von Professionals im Golfclub infrage gestellt. Professionals sind wichtige Mitglieder des Clublebens – als Trainer, Ansprechpartner, Organisatoren und Unterstützer des Sports. Problematisch ist vielmehr ihre Zulassung als Wertungsspieler in einem Wettbewerb, in dem sie in und gegen Mannschaften antreten, die ausschließlich aus Amateuren bestehen.
Voraussetzung für eine Pro-Einsatz ist eine dreijährige Bindung an einen Club. Diese Regelung verhindert zwar, dass ein Berufsgolfer kurzfristig für ein entscheidendes Ligaspiel verpflichtet wird. Sie beseitigt aber nicht den grundsätzlichen Leistungsunterschied zwischen einem Professionell und einem Amateur. Die Regel beantwortet damit die Frage der Clubzugehörigkeit, nicht aber die Frage der sportlichen Chancengleichheit.
Für Winnerod bleibt zum Saisonende daher ein zwiespältiges Ergebnis: sportlich zwölf Tabellenpunkte, eine starke Mannschaftsleistung und am Ende nur ein hauchdünner Rückstand in der Gesamtwertung. Mannschaftskapitän Jürgen Schreiber kündigte noch in der Siegerehrung in Marburg an, dass die Diskussion über die neue Pro-Regel den hessischen Golfsport vermutlich noch über die Saison 2026 hinaus begleiten wird.





