Nachspiel: AK 50 am Ende

(js) Gans toll, AK50 II befördert, Captain bleibt on board. Soweit die twitterige Kurzblase. Und nun der Reihe nach.

Guter Brauch des AK50-Männerkaders ist, das Spieljahr bei einem Mannschaftsessen ausklingen zu lassen. In diesem Jahr fiel die Entscheidung zuungunsten lebender Gänse aus. Im Parkrestaurant wurden die toten Tiere fachmännisch unter Aufsicht des örtlichen Küchen-Gans-Beauftragten tranchiert und portioniert. Nach der Diätphilosophie von Dr. Billek gehört einmal richtig Sattessen pro Woche zum Trainingsplan nachhaltiger Lebensführung. Das ließ sich das indigene mittelhessische Golfvölkchen angereichert durch bereits integrierte Fachkräfte nicht zweimal sagen. Ruck zuck waren goldig gebratene Schenkel und Brüste, schlotziges Rotkraut und Wirsing, frische Maronen und Knödel mit Litern brauner Soße verspeist. Das Serviceteam um Ali, Skendo und Marie sanken erschöpft hinter die Theke. Darauf wurde Espresso und Magenbitter gereicht.

Das war nach der Sitzungsvorarbeit auch eine nur zu verständliche Kollektivreaktion. Zum einen war ein unerwarteter Erfolg zu verkraften. Wir erinnern uns: Die zweite Mannschaft musste trotz Punktegleichstand Bad Arolsen in die höhere Liga ziehen lassen. Am grünen Tisch stieg Winnerod jetzt nachträglich ebenfalls in die 7. Liga auf. Grund ist, dass sich der GC Rennbahn Frankfurt, durch den Bau der DFB Akademie nun platzlos, aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hat. So zeigte sich wieder einmal, dass Nichtstun zu überraschenden Erfolgserlebnissen führen kann. Mit der Weisheit der mongolischen Seele kommentierte Logi in breitestem Hessisch: „Wemmer drinn sinn, schaffe mer des!“

Beide Mannschaften können dabei im nächsten Jahr auf neue Kräfte setzen. Marco Danisch, Andi Haller und Oli Schäfer verstärken den Kader. Tja, und dann stellte sich noch die menschliche Leitungschallenge. Bange Frage war, ob Hans-Peter Lindner noch einmal bereit sein würde, einen solchen Haufen als Kadercaptain durch die nächste Saison zu führen. Unter Schalmeienklängen, Bekundungen für Wohlverhalten und Trainingswillen sagte HP noch einmal in seinem Bewerbungsleben „Ja, ich will“. So schnell hat noch keine Wahl stattgefunden. Bevor er es sich anders überlegen konnte, wurde unter dem Jubel der Anwesenden das Wahlergebnis verkündet: Mit 100-prozentiger Zustimmung startet der Lindner-Zug in Richtung 2020.

Foto: Stephan Wendel